Sie befinden sich hier
lehrbuch-psychologie.de > Arbeits- und Organisationspsychologie > Lerncenter > Gruppenarbeit in der Produktion
lehrbuch-psychologie.de > Arbeits- und Organisationspsychologie > Lerncenter > Gruppenarbeit in der Produktion
23. Gruppenarbeit in der Produktion
Hintergründe und Zielsetzungen der Einführung von Gruppenarbeit - Klassifikationsansätze - Formen der Gruppenarbeit - Leistungsdeterminanten - Einführung von Gruppenarbeit als OE-Prozess
In Kürze
- 23.1 Hintergründe und Zielsetzungen für die Einführung von Gruppenarbeit
- 23.2 Definitorische Merkmale und Klassifikationsansätze der Gruppenarbeit
- 23.3 Formen der Gruppenarbeit
- 23.3.1 Qualitätszirkel
- 23.3.2 Projektgruppen und betriebliche Gesundheitszirkel
- 23.3.3 Teilautonome Arbeitsgruppen
- 23.3.4 Fertigungsteams und klassische Arbeitsgruppen
- 23.4 Leistungsdeterminanten der Gruppenarbeit
- 23.5 Einführung von Gruppenarbeit als Organisationsentwicklungsprozess
- Arbeitsgruppen lassen sich vor allem anhand folgender Merkmale charakterisieren: Gruppengröße, Zeitdauer der Zusammenarbeit, Zielsetzung, Regeln und Normen, Rollenverteilung, Kooperation, Wir-Gefühl und Arbeitsauftrag.
- Als bedeutsame Formen der Gruppenarbeit können Qualitätszirkel, Projektgruppen, betriebliche Gesundheitszirkel, teilautonome Arbeitsgruppen, Fertigungsteams und klassische Arbeitsgruppen unterschieden werden.
- Qualitätszirkel sind Problemlösegruppen mit Mitarbeitern unterer Hierarchieebenen, die parallel zur Arbeitsorganisation eingerichtet werden und die sich mit der Optimierung von Arbeitsprozessen, - bedingungen und der Produktqualität befassen.
- Projektgruppen sind Problemlösegruppen mit Experten und Führungskräften unterschiedlicher Fachbereiche, die komplexe neuartige gesamtbetriebliche oder bereichsbezogene Problemstellungen bzw. Aufträge bearbeiten.
- Ein betrieblicher Gesundheitszirkel ist eine Variante der Projektgruppen, die sich auf die Bearbeitung von gesundheitsbezogenen Themen im Arbeits- bzw. betrieblichen Umfeld bezieht und darüber hinaus Elemente des Qualitätszirkelkonzepts aufweist.
- Teilautonome Arbeitsgruppen sind integrale Bestandteile der Arbeitsorganisation, die ein komplettes (Teil-)Produkt oder eine Dienstleistung inklusive indirekter Tätigkeiten erstellen und die durch ein hohes Maß an Autonomie und Selbstregulationskompetenzen gekennzeichnet sind.
- Fertigungsteams enthalten zwar durch die Integration von indirekten Tätigkeiten und die Förderung einer höheren Einsatzflexibilität der Mitarbeiter Elemente der Gruppenarbeit, lösen sich aber aufgrund einer hohen Standardisierung der Tätigkeiten und der Beibehaltung des Fließbandprinzips nur teilweise von tayloristischen Gestaltungsprinzipien.
- Wesentliche Einflussfaktoren der Gruppeneffektivität sind die Zusammensetzung der Gruppe und die Gruppenkohäsion, die Gestaltung der Gruppenaufgabe und ihrer Motivierungspotenziale sowie die Art der Leistungsrückmeldung und Entlohnung im Rahmen der Gruppenarbeit.
- Die Einführung von Gruppenarbeitskonzepten sollte auf der Grundlage eines sorgfältig vorbereiteten und auf die spezifischen betrieblichen Rahmenbedingungen zugeschnittenen Organisations- und Personalentwicklungsprozesses erfolgen.