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6. Autonomes Nervensystem

In Kürze

Das periphere ANS
Das periphere autonome Nervensystem (ANS) ist aus 3 Anteilen aufgebaut, nämlich
  • dem Sympathikus, dessen präganglionäre Neurone im Brustmark und oberen Lendenmark liegen,
  • dem Parasympathikus, dessen präganglionäre Neurone m Kreuzmark und im Hirnstamm liegen und
  • dem Darmnervensystem, dessen motorische und sensorische Neurone in den Wänden der Eingeweide liegen.

Beim Sympathikus
  • ziehen die Axone der präganglionären Neurone über die Vorderwurzeln teils zu paarigen (Grenzstrang), teils zu unpaarigen Ganglien (im Bauch- und Beckenraum),
  • ziehen die Axone der postganglionären Neurone aus den Ganglien mit den somatischen Nerven zu ihren Erfolgsorganen,
  • sind als Effektoren alle glatten Muskelfasern, das Herz, viele Drüsen, Teile des Immunsystems sowie Leber- und Nierenzellen postganglionär innerviert,
  • ist das Nebennierenmark eine sympathisch gesteuerte endokrine Drüse.

Beim Parasympathikus
  • ziehen die Axone der präganglionären Neurone über spezielle Nerven (z. B. Nervus vagus) zu ihren postganglionären Neuronen,
  • liegen die postganglionären Neurone organnah, d. h. ihre Axone sind kurz,
  • sind seine Effektoren u. a. die glatten Muskeln und Drüsen der Eingeweide, einschließlich der Lunge, der Sexualorgane und der Ausscheidungsorgane.

Die synaptische Übertragung im peripheren ANS
  • ist cholinerg an allen (sympathischen wie parasympathischen) präganglionären Synapsen und an den parasympathischen postganglionären Synapsen (z. B. Vagus am Herzen), sowie postganglionär sympathisch an den Schweißdrüsen,
  • ist adrenerg (überwiegend Noradrenalin) an allen anderen postganglionär sympathischen Synapsen (z. B. auf der glatten Muskulatur der Gefäße),
  • weist peptiderge (z. B. VIP) und nicht-peptiderge Kotransmitter (z. B. ATP) auf.

Postsynaptische Rezeptoren
Die postsynaptischen Rezeptoren der Transmitter im peripheren ANS
  • sind in allen sympathischen und parasympathischen Ganglien vom cholinergen nikotinergen Typ (ligandengesteuerte Ionenkanäle),
  • sind bei den parasympathischen postganglionären Synapsen vom cholinergen muskarinergen Typ (metabotrope Rezeptoren, z. B. Vagus am Herzen),
  • sind bei den sympathischen postganglionären Synapsen alle adrenerg metabotrop aus den Familien der α1-, α2-, β1-, β2- und β3-Rezeptoren.

Wirkweise und Kontrolle des ANS
Bezüglich seiner peripheren und spinalen Wirkweise und der supraspinalen Kontrolle des ANS bleibt festzuhalten
  • dass alle autonomen prä- wie postganglionären Neurone jeweils nur einen Typ von Effektor innervieren (z. B. die Vasokonstriktorneurone nur glatte Muskelfasern in den Blutgefäßwänden), d. h. sie sind hochspezifisch organisiert,
  • dass ihre Spontanaktivität für einen mittleren Grundtonus der Effektoren sorgt, der durch Reduzierung oder Erhöhung der Entladungsrate modifiziert werden kann,
  • dass über die in den Effektororganen liegenden Sinnesfühler Rückmeldungen über die Wirksamkeit der efferenten autonomen Innervation ins Rückenmark fließen, die dort über autonome Reflexbögen zur Organsteuerung und -regelung verwertet werden,
  • dass diese spinalen Reflexbögen unter deszendierender Kontrolle aus Hirnstamm und Hypothalamus stehen, deren autonome Zentren (Kerne, z. B. Raphekerne) für eine optimale Anpassung an die jeweiligen Anforderungen sorgen.

Material

In Kürze
Zusammenfassung des Kapitels
Glossar
Die wichtigsten Fachbegriffe schlüssig erklärt
Memocards
Lernen Sie mit unseren Memocards die wichtigsten Begriffe der Biologische Psychologie
MC-Quiz (1/1)
Lesen, lernen und jetzt in unseren Multiple-Choice-Quiz das Kreuzchen an der richtigen Stelle machen.
Links
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