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21. Bewusstsein und Aufmerksamkeit
In Kürze
BewusstseinEs existieren mehrere heterogene Formen von Bewusstsein und Aufmerksamkeit. Voraussetzung für das Bewusstwerden von Information sind
- ein hohes Maß an Neuheit,
- Komplexität und
- subjektive Bedeutung durch assoziative Bindungsprozesse.
Limitiertes Kapazitätskontrollsystem
Ein limitiertes Kapazitätskontrollsystem (LCCS) entscheidet über
- automatische (nicht-bewusste) oder kontrollierte (bewusste) Verarbeitung,
- Zuteilung der Aufmerksamkeitsressourcen,
- Unterbrechung und Lösung der Aufmerksamkeit,
- die Ergebnisse der motivationalen Bewertung und des Vergleichs im Gedächtnis.
Großhirnhemisphären
Die beiden Großhirnhemisphären produzieren unterschiedliche Bewusstseinszustände.
Die rechte Hemisphäre verarbeitet die Information
- holistisch,
- nach Ähnlichkeiten,
- nonverbal.
Die linke Hemisphäre verarbeitet die Information
- kausal,
- nach Funktion,
- verbal-syntaktisch.
Aufsteigendes retikuläres Aktivierungssystem
Das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem (ARAS) erhöht die tonische Wachheit des Kortex, garantiert aber keine zielgerichtete bewusste Aufmerksamkeit: Es besteht aus mehreren heterogenen subkortikalen Systemen, die als Transmitter v.a. verwenden:
- Azetylcholin (ACh),
- Glutamat,
- Noradrenalin (NA),
- Dopamin (DA) und
- Histamin.
Retikulärer Thalamus
Der retikuläre Thalamus (NR, Nucl. reticularis) regelt die Selektion der ankommenden Information und Motorik zusammen mit dem präfrontalen Kortex.
Informationsaustausch
Bewusstwerden von Erlebnisinhalten ist an den Informationsaustausch (»re-entry«) gebunden zwischen:
- primären und sekundären Assoziationskortizes (bei visuellen Inhalten Parietal- und Temporalkortex),
- präfrontalen Kortizes und
- anteriorem Zingulum.
Entstehung und der Zeitverlauf bewussten, aufmerksamen Verarbeitens
Die Entstehung und der Zeitverlauf bewussten, aufmerksamen Verarbeitens kann man an neuronalen Oszillationen und ereigniskorrelierten Hirnpotenzialen (EKP) ablesen.
Hochfrequente, am Kortex lokalisierte Gamma-Oszillationen und EKP vor 150 - 200 ms nach Reizdarbietung repräsentieren präattentive, vorbewusste Verarbeitung. Danach setzt die kontrollierte, bewusste Verarbeitung ein, die am Verlauf langsamer Hirnpotenziale verfolgt werden kann.