In Kürze

Gefühle
Gefühle sind Reaktionen auf hedonisch positive und aversive Reize, die auf 3 Reaktionsebenen ablaufen:
  • der physiologisch-hormonellen,
  • der motorisch-verhaltensmäßigen und
  • der subjektiv-psychologischen.

Die Rückmeldung der peripher-physiologischen und muskulären Ausdrucksäußerungen von Gefühlen bestimmen Qualität und Intensität der Gefühlsreaktionen mit (James-Lange).

Die Rückmeldungen aus den peripheren Erfolgsorganen (»somatic markers«) werden im superioren Parietalkortex analysiert und erlauben Gefühlswahrnehmung ohne bewusste Registrierung der auslösenden Reize.

Höhere kognitive Prozesse sind zur Entstehung der Basisgefühle nicht notwendig. Als Basisgefühle gelten:
  • Freude-Glück,
  • Interesse-Orientierung,
  • Wut,
  • Trauer,
  • Furcht,
  • Ekel.



Angst und Furcht


Angst und Furcht werden
  • über klassische emotionale Konditionierung erworben und
  • über instrumentelles Vermeidungslernen aufrechterhalten.

Assoziative Verknüpfung zwischen auslösenden Reizen und Furchtreaktionen
Die assoziative Verknüpfung zwischen auslösenden Reizen und Furchtreaktionen erfolgt im lateralen Kern der Amygdala.
Die efferenten Ausgänge zu den autonomen, muskulären und endokrinen Erfolgsorganen erfolgen über den zentralen Kern der Amygdala.
An der Steuerung von Furcht und Angst sind neben der Amygdala beteiligt:
  • Orbitofrontalkortex,
  • vordere Inselregion und
  • anteriores Zingulum.

Im Furchtnetzwerk
  • steuern NMDA-Rezeptor- und glutamaterge Synapsen die assoziativen Bindungen;
  • erhöht Noradrenalin die Aufmerksamkeit auf Furchtreize und verbessert deren Speicherung;
  • hemmen GABAerge-Systeme Furcht;
  • führen die Stresshormone der Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse bei lange anhaltendem Stress zu Zerstörung hippokampaler und präfrontaler Neurone und der Neurogenese.



Trauer und Depression


Trauer und Depression sind Folgen von
  • gelernter Hilflosigkeit und
  • Mangel an positiver Verstärkung.

Die Hirnregionen, die für Depression verantwortlich sind, bestehen aus:
  • subgenualem anteriorem Zingulum,
  • ventrolateralem Präfrontalkortex,
  • vorderer Insel,
  • einem Teil der Amygdala,
  • serotonergen und noradrenergen Systemen,
  • der Nebennierenrinden-Hypophysen-Achse.

Neurochemisch
Neurochemisch ist bei Depression
  • die Wachstumshormonausschüttung in der ersten Nachthälfte reduziert;
  • die Kortisolausschüttung in der 2. Nachthälfte verfrüht erhöht;
  • die Rezeptor-Bindung von serotonergen und noradrenergen Synapsen erniedrigt.



Aggressives Verhalten


Aggressives Verhalten wird vor allem gelernt und besteht aus
  • reaktiver Aggression, z. B. Frustration nach Verstärkerverlust, und
  • instrumenteller Aggression, z. B. zielgerichteter Beuteaggression.

Lateral-medialer Hypothalamus
Der lateral-mediale Hypothalamus integriert bei Aggression die Afferenzen aus
  • der Amygdala,
  • dem medialen Präfrontalkortex und
  • dem lateralen Orbitofrontalkortex.
  • Er gibt die neuronalen Muster an subkortikale Regionen weiter, nämlich
  • das periaquäduktale Grau,
  • Mittelhirnregionen, reich an Androgenrezeptoren, und
  • motorische und sensorische Ein- und Ausgänge.

Neurochemisch
  • reduziert Anstieg der Rezeptorbindung und Verfügbarkeit von Serotonin die Aggressivität;
  • erhöhen Substanzen, die an GABAA-Rezeptoren binden, vor allem Alkohol und Benzodiazepine, die Aggressivität;
  • erhöhen männliche Sexualhormone in kritischen Perioden der Hirnentwicklung das Risiko für antisoziale Akte.

Psychopathie-Soziopathie
Psychopathie-Soziopathie erhöht das Risiko für antisoziales-aggressives Verhalten, weil
  • das Furchtsystem im Gehirn unteraktiv ist;
  • die allgemeine Aktivierbarkeit durch Strafreize auf allen Ebenen vermindert ist;
  • familiäre und soziale Bindungen reduziert sind.

Material

In Kürze
Zusammenfassung des Kapitels
Glossar
Die wichtigsten Fachbegriffe schlüssig erklärt
Memocards
Lernen Sie mit unseren Memocards die wichtigsten Begriffe der Biologische Psychologie
MC-Quiz (1/1)
Lesen, lernen und jetzt in unseren Multiple-Choice-Quiz das Kreuzchen an der richtigen Stelle machen.
Links
Was es sonst noch so gibt in der schönen neuen World Wide Welt der Biologische Psychologie.