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7. Endokrine Systeme (Hormone)

In Kürze

Hormone
Hormone sind von Drüsenzellen produzierte (primäre) Botenstoffe, die ihre Signale teils
  • an weit entfernte Stellen im Körper, teils
  • in unmittelbare Umgebung (parakrin), teils
  • auf sich selbst zurück (autokrin) senden.

Hormonrezeptoren
Um von einem Hormon angesprochen zu werden, muss die Körperzelle einen entsprechenden Rezeptor besitzen, mit dem sich das Hormon verbindet, um seine Nachricht zu überbringen. Diese Hormonrezeptoren liegen entweder
  • in der Zellmembran oder
  • im Zytoplasma der Zelle oder
  • im Zellkern.

Chemische Struktur
Nach ihrer chemischen Struktur gehören die Hormone 2 großen Substanzklassen an, nämlich
  • fettunlösliche Hormone aus Aminosäuren (die Mehrzahl aller Hormone) und
  • fettlösliche (lipophile) Hormone (Steroide), die vom Cholesterin oder der Arachidonsäure abstammen.
Hormone sind meist Teile von Regelkreisen, die über negative Rückkopplungen Störgrößen kompensieren.

Langerhans-Inselzellen
Die Langerhans-Inselzellen des Pankreas sind Drüsenzellen, von denen
  • die A-Zellen das Hormon Glukagon,
  • die B-Zellen das Hormon Insulin und
  • die D-Zellen das Hormon Somatostatin produzieren und freisetzen.

Insulin und Glukagon
Insulin und Glukagon sind in einen Regelkreis eingebunden, der den Blutzuckerspiegel konstant hält, wobei Insulin den Zuckerspiegel senkt und Glukagon ihn erhöht. Mangel oder mangelnde Wirksamkeit von Insulin führt zu überhöhten Zuckerspiegeln mit vielfältigen Symptomen und Folgen. Die beiden Haupt-Diabetes- Formen sind:
  • Typ-1-Diabetes mellitus mit völligem Ausfall der B-Zellen und absolutem, nur durch Insulingaben therapierbarem Insulinmangel und
  • Typ-2-Diabetes mellitus (»Altersdiabetes«), bei dem je nach Schweregrad die Insulinwirkung mehr oder weniger versagt und die Therapie sich daher auf Diät und orale Antidiabetika beschränken kann.

Hypothalamisch-hypophysäres Hormonsystem
Das hypothalamisch-hypophysäre Hormonsystem umfasst
  • 8 (Neuro)hormone des Hypothalamus,
  • 2 Hormone des Hypophysenhinterlappens, HHL (der Neurohypophyse) und
  • 6 Hormone des Hypophysenvorderlappens, HVL (der Adenohypophyse),
die in mehr oder weniger komplexen Regelkreisen eine Vielzahl von Körperfunktionen regeln. Tabelle 7.1 und Abschnitt 7.2 im Lehrbuch geben einen Überblick über die glandotropen und nichtglandotropen Hormone dieses Systems und ihre Zielorgane.

Direkt auf Erfolgsorgane wirkende HHL- und HVL-Hormone
Als Hauptwirkungen der direkt auf Erfolgsorgane wirkenden HHL- und HVL-Hormone sind festzuhalten:
  • HHL-Hormon ADH (Antidiuretisches Hormon, Adiuretin): Hemmt die Wasserausscheidung in der Niere,
  • HHL-Hormon Oxytozin: Löst den Milchejektionsreflex aus,
  • HVL-Hormon Prolaktin: Regelt die Milchsynthese,
  • HVL-Hormon Somatotropin (Wachstumshormon): unabdingbar für normale kindliche Entwicklung.

Andere HVL-Hormone
Die anderen HVL-Hormone sind in Regelkreise eingebunden, die weitere Drüsen einschließen. Es handelt sich um:
  • Regelkreis für die Schilddrüse: An der Regelung der Freisetzung der Schilddrüsenhormone T3 und T4 sind das hypothalamische TRH und das hypophysäre TSH beteiligt;
  • Regelkreise für die Nebennierenrinde, NNR: Hypothalamisches CRH und hypophysäres ACTH regeln die Freisetzung der NNR-Hormone, nämlich der Gluko- und Mineralokortikoide mit ihren manigfaltigen Wirkungen;
  • Regelkreise für die Sexualdrüsen: Hypothalamisches GnRH und hypophysäres LH und FSH regeln die Tätigkeit der Sexualdrüsen mit deren Hormonen, den Androgenen (besonders Testosteron), Östrogenen (besonders Östradiol) und den Gestagenen (besonders Progesteron), in der für Männer und Frauen jeweils charakteristischen Weise.

Tätigkeit der Sexualdrüsen
Die Tätigkeit der Sexualdrüsen bestimmt bei der Frau alle Lebensabschnitte von der Geburt über die Pubertät, die Zeit der Geschlechtsreife mit ihren Ovulationszyklen und die Menopause mit der postmenopausalen Zeit danach. Für den Mann gilt vergleichbares, doch ist der Ablauf nach Abschluss der Pubertät wesentlich gleichförmiger.

Material

In Kürze
Zusammenfassung des Kapitels
Glossar
Die wichtigsten Fachbegriffe schlüssig erklärt
Memocards
Lernen Sie mit unseren Memocards die wichtigsten Begriffe der Biologische Psychologie
MC-Quiz (1/1)
Lesen, lernen und jetzt in unseren Multiple-Choice-Quiz das Kreuzchen an der richtigen Stelle machen.
Links
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