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3. Erregungsbildung und Erregungsleitung

In Kürze

Ruhepotenzial
Im Ruhezustand ist das Zellinnere der Neurone etwa -80 mV negativer als die umgebende extrazelluläre Flüssigkeit. Dieses Ruhepotenzial
  • kann wie alle anderen Membranpotenziale am besten mit einer intrazellulären Mikroelektrode gemessen werden,
  • ist im Wesentlichen ein K+-Gleichgewichtspotenzial,
  • wird durch gekoppelte Na+-K+-Pumpen in einem dynamischen Gleichgewicht gehalten.

Aktionspotenzial
Wird das Ruhepotenzial auf etwa -60 mV depolarisiert (innen weniger negativ!) so entsteht ab dieser Schwelle ein Aktionspotenzial. Dieses Aktionspotenzial
  • hat ein »Alles-oder-Nichts«-Verhalten mit einer Amplitude von etwa 110 mV und einer Dauer von 1-2 ms,
  • beruht beim Aufstrich auf einer plötzlichen Zunahme der Na+-Leitfähigkeit, die rasch wieder abnimmt,
  • wird v. a. durch eine vorübergehende Zunahme der K+-Leitfähigkeit beendet,
  • ist von einer Refraktärzeit von 1-2 ms gefolgt, während der das Neuron vorübergehend unerregbar ist.

Kationenkanäle
Die spannungsgesteuerten Kationenkanäle erregbarer Membranen
  • sind komplexe Proteine, deren 4 oder mehr Domänen aus 2 oder mehr Segmente bestehen, die wiederum sich aus 2 oder mehr membranspannenden α-Helices zusammensetzen, die durch Aminosäureketten verbunden sind,
  • bilden in ihrer Mitte einen mit einem Selektivitätsfilter bestückten Ionenkanal, dessen Öffnungswahrscheinlichkeit vom Membranpotenzial gesteuert wird,
  • lassen sich zahlreichen Klassen, Familien und Unterfamilien zuordnen,
  • zeigen manchmal genetische Mutationen, die zu Erkrankungen (Kanalopathien) führen können.

Natrium-Ionenkanal
Der schnelle Natrium-Ionenkanal
  • erreicht bei Depolarisation (Zellinneres weniger negativ) eine zunehmende Öffnungswahrscheinlichkeit (ist also spannungsgesteuert),
  • führt beim Erreichen der Schwelle zum Aufstrich des Aktionspotenzials,
  • geht anschließend in ein kurzzeitiges Stadium der Inaktivierbarkeit über, wodurch das Neuron refraktär wird,
  • wird durch Zunahme der extrazellulären Ca2+-Ionenkonzentration in seiner Aktivierbarkeit herabgesetzt.

Kalium-Ionenkanäle Die spannungsgesteuerten Kalium-Ionenkanäle erregbarer Membranen
  • sind für das Ruhepotenzial verantwortlich, da sie bereits dort eine hohe Öffnungswahrscheinlichkeit haben,
  • erhöhen diese mit kurzer Verzögerung weiter, sobald das Membranpotenzial während des Aufstrichs zunehmend positiver wird und bewirken dadurch die Repolarisation,
  • kommen in großer Vielfalt vor, was sich in den unterschiedlichen Formen der Repolarisation widerspiegelt.

Kalzium-Ionenkanäle
Die spannungsgesteuerten Kalzium-Ionenkanäle erregbarer Membranen
  • ähneln in ihren Eigenschaften den schnellen Natrium- Ionenkanälen,
  • sind in manchen Gewebsstrukturen (z. B. Dendriten, Herzmuskel) eher häufiger als der schnelle Na+-Kanal anzutreffen,
  • haben den Zusatznutzen, bei Öffnung die intrazelluläre Ca++-Konzentration zu erhöhen (Möglichkeit der Ca++-Ionenwirkung als Second messenger).

Die Fortleitung des Aktionspotenzials
  • erfolgt in marklosen Nervenfasern (C-Fasern) jeweils in die unmittelbare Nachbarschaft der erregten Membranstelle und ist deswegen sehr langsam (< 1-2,5 m/s),
  • erfolgt in markhaltigen (myelinisierten) Nervenfasern (A- und B-Fasern) von Schnürring zu Schnürring (saltatorische Erregungsleitung) und erreicht dadurch bei den dicksten Nervenfasern Geschwindigkeiten bis über 100 m/s,
  • kann beim Menschen als extrazelluläres Massenaktionspotenzial gemessen werden (Elektroneurographie, ENG).

Material

In Kürze
Zusammenfassung des Kapitels
Glossar
Die wichtigsten Fachbegriffe schlüssig erklärt
Memocards
Lernen Sie mit unseren Memocards die wichtigsten Begriffe der Biologische Psychologie
MC-Quiz (1/1)
Lesen, lernen und jetzt in unseren Multiple-Choice-Quiz das Kreuzchen an der richtigen Stelle machen.
Links
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