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26. Motivation und Sucht

In Kürze

Motivation


Homöostatische Triebe
  • sind Durst, Hunger, Temperaturerhaltung und Schlaf;
  • besitzen feste Sollwerte;
  • sind im Hypothalamus verankert;
  • stellen die Antriebsenergie für Instinkte und gelerntes Verhalten zur Verfügung.

Nichthomöostatische Triebe
  • sind Sexualität, Exploration, Bindung und Emotionen;
  • werden in kritischen Phasen der Entwicklung gelernt;
  • besitzen variable oder zyklische Sollwerte.

Motiviertes Verhalten benötigt Verstärkung
  • für seine Richtung (Annäherung - Vermeidung - Kampf ) und
  • zur Entwicklung körpernahen Sinneseinstroms.

Durst entsteht als
  • osmotischer Durst über Osmosensoren im Hypothalamus;
  • hypovolämischer Durst über Barorezeptoren, Ausschüttung von ADH und Renin-Angiotension II.

Hunger entsteht bei
  • Glukosemangel im Hypothalamus,
  • Leptinabfall im Fettgewebe,
  • Änderung gastrointestinaler Hormone (Ghrelin),
  • konditionierter Anreizsituation.

Sättigung erfolgt
  • präresorptiv und schnell über Mund- und Rachenraum,
  • resorptiv und langsam über Chemorezeptoren.

Anorexie und Bulimie treten auf
  • fast nur bei jungen Frauen,
  • nach einer Diät,
  • als Folge kulturell bedingter Körperideale,
  • nur in entwickelten Industrieländern,
  • mit pathophysiologischen Konsequenzen des Fastens oder Medikamentenmissbrauchs.

Übergewicht (Fettsucht)
  • ist eines der bedeutendsten Krankheitsrisiken der »entwickelten« Länder (Diabetes 2, Herz-Kreislauf );
  • hat ein genetisches Risiko;
  • bewirkt veränderte Insulin-/Leptin-Sensitivität im Gehirn;
  • ist schwer zu behandeln.

Die sexuelle Reaktion beim Menschen besteht aus
  • Erregungsphase (sympathisch - parasympathisch),
  • Plateauphase (parasympathisch),
  • Orgasmus (sympathisch),
  • Refraktärphase (oxytozinerg).

Sexuelle Differenzierung
  • beginnt nach Vereinigung von Ei- und Samenzelle;
  • wird genetisch gesteuert;
  • benötigt Androgene zur Entwicklung eines männlichen Körpers und Gehirns;
  • benötigt weibliche Sexualhormone zur Demaskulinisierung;
  • benötigt männliche Sexualhormone zur Defemininisierung.

Die sexuelle Orientierung (homo, bi, hetero, trans) hängt
  • vom organisierenden Einfluss der Sexualhormone auf das pränatale Gehirn ab,
  • von kritischen Entwicklungsphasen der hypothalamischen Entwicklung ab,
  • in einigen Fällen von genetischen Faktoren ab,
  • wenig mit Erziehung und sozialem Kontext zusammen.

Die neurophysiologischen Mechanismen sexuellen Verhaltens umfassen
  • eine hypothalamische Integrationsstruktur,
  • das »parakrine Herz« der Neurachse,
  • sensorisch-taktile Systeme,
  • kortikosubkortikale Areale für die emotionalen Begleitreaktionen,
  • das Sakralmark und die Nerven des Urogenitaltraktes.



Abhängigkeit und Sucht


Abhängigkeit und Sucht sind
  • gelerntes motiviertes Verhalten;
  • von sozial-kulturellen Normen bedingt;
  • von protektiven und nicht-protektiven Risikosituationen in der Entwicklung des Kindes und Heranwachsenden ausgelöst;
  • durch die Gegensatzdynamik von positiven und negativen emotionalen Hirnsystemen bestimmt;
  • aufrechterhalten durch positiven Anreiz und Verlangen, weniger Abstinenzaversion;
  • klassisch und instrumentell konditioniert.

Die neuronalen Grundlagen der Sucht sind
  • Aktivierung deszendierender und aszendierender mesolimbischer Dopamin- und Opiatsysteme für positiven Anreiz,
  • kurzzeitig reduziertes intrazelluläres cAMP und Proteinkinase,
  • chronische Neuroadaptation mit erhöhter Aktivität des genetischen Apparates, vor allem in dopaminergen und opioidergen Zellen,
  • D2-Rezeptoradaptation,
  • bei Abstinenz Ausschüttung von Stresshormonen und glutamaterge Überaktivierung,
  • substanzspezifische pharmakologische Wirkungen.

Die Behandlung der Sucht besteht aus
  • Konfrontation mit Drogenreizen und Reaktionsbehandlung,
  • Umgebungswechsel,
  • Verabreichung von Rezeptorantagonisten,
  • Aversionstherapie.

Material

In Kürze
Zusammenfassung des Kapitels
Glossar
Die wichtigsten Fachbegriffe schlüssig erklärt
Memocards
Lernen Sie mit unseren Memocards die wichtigsten Begriffe der Biologische Psychologie
MC-Quiz (1/1)
Lesen, lernen und jetzt in unseren Multiple-Choice-Quiz das Kreuzchen an der richtigen Stelle machen.
Links
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