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In Kürze

Somatoviszerale Sensibilität
Als somatoviszerale Sensibilität werden alle Sinnesmodalitäten zusammengefasst, deren Sensoren entweder als somatische Sensoren in der Haut oder in den Skelettmuskeln, ihren Sehnen und den Gelenken liegen, während die Sensoren der Eingeweide als viszerale Sensoren zusammengefasst werden. Der Tastsinn der Haut (die Mechanorezeption) umfasst 4 Qualitäten, nämlich Druck-, Berührungs-, Vibrations- und Kitzelempfindung. Er
  • hat Empfindungsschwellen, die an den Fingerspitzen mit rund 0,01 mm Eindrucktiefe sehr gering sind;
  • ist noch empfindlicher auf Vibrationsreize, deren minimale Amplitude bei Frequenzen von 150-300 Hz bei etwa 1 µm liegen;
  • basiert auf verschiedenen Typen von Mechanorezeptoren, die darauf spezialisiert sind, die Intensität (Drucksensoren), die Geschwindigkeit (Berührungssensoren) oder die Beschleunigung (Vibrationssensoren) mechanischer Reize zu signalisieren;
  • besitzt psychophysische Intensitätsfunktionen, die Potenzfunktionen folgen, deren Formung teils von den Mechanorezeptoren, teils von Prozessen der zentralen Informationsverarbeitung bestimmt wird.

Tiefensensibilität
Die Tiefensensibilität (die Propriozeption) umfasst 3 Qualitäten, nämlich Stellungs-, Bewegungs- und Kraftsinn. Sie
  • signalisiert über den Stellungssinn die Stellung der Gliedmassen untereinander und zusammen mit dem Gleichgewichtssinn die Stellung des Körpers im Raum;
  • signalisiert über den Bewegungssinn Richtung und Geschwindigkeit der Gelenkbewegungen;
  • signalisiert über den Kraftsinn die Muskelkraft, die aufgewendet wird, um eine Bewegung durchzuführen oder eine Gelenkstellung einzuhalten (z. B. gegen die Schwerkraft);
  • bezieht ihre Signale v. a. aus Gelenk- und Muskelsensoren, deren afferente Zuflüsse im ZNS verarbeitet werden, wobei über Efferenzkopien aus dem motorischen System und über afferente Hemmung potenzielle Mehrdeutigkeiten ausgeschaltet werden;
  • ist zusammen mit dem Tastsinn an dem Erleben unserer Umwelt als Tastwelt und Fühlraum und in Zusammenarbeit mit diesen und den Gleichgewichtsorganen für das bewusste Erleben des Körpers im Raum, das Körperschema, verantwortlich.

Temperatursinn
Der Temperatursinn (die Thermorezeption) umfasst 2 Qualitäten, den Kaltsinn und den Warmsinn. Er
  • adaptiert in einem mittleren Temperaturbereich, der Zone der Indifferenztemperatur, vollständig auf konstante Temperaturreize;
  • führt bei konstanten Hauttemperaturen unterhalb bzw. oberhalb der Zone der Indifferenztemperatur zu dauernden Kalt- bzw. Warmempfindungen;
  • führt bei dynamischen Änderungen der Hauttemperatur zu Temperaturempfindungen, deren Intensität und Richtung (Weber-Drei-Schalen Versuch) von der Ausgangstemperatur, der Geschwindigkeit der Temperaturänderung und der Größe des gereizten Hautareals abhängen;
  • verfügt über spezielle äußere und innere Kalt- und Warmrezeptoren, die freie Nervenendigungen im Gewebe ausbilden und von dünnen Nervenfasern versorgt werden;
  • bezieht seine Information über konstante (statische) bzw. sich ändernde (dynamische) Hauttemperaturänderungen über das entsprechende Entladungsverhalten der Thermosensoren, wobei die zentrale Verarbeitung der afferenten Signale dafür sorgt, dass Mehrdeutigkeiten beseitigt werden.

Viszerale Sensibilität
Die Nerven zu den Eingeweiden, die viszeralen Nerven des parasympathischen und des sympathischen Nervensystems enthalten vorwiegend afferente Nervenfa- sern. Sie werden mit ihren Sensoren als viszerale Sensibilität zusammengefasst. Für sie gilt:
  • Ihre Aufgaben liegen nicht so sehr in der Vermittlung bewusster Sinnesempfindungen als in ihrer Beteiligung an der Homöostase (Aufrechterhaltung) des »inneren Milieus«, indem sie Abweichungen von dessen Sollwerten melden und damit Korrekturvorgänge einleiten.
  • Die Viszerorezeptoren weisen eine erhebliche Spezifität in Bezug auf die von ihnen innervierten Organe, wie z. B. Herz, Lunge, Magen-Darm-Trakt und Niere auf, so dass sich in diesen Organen die unterschiedlichsten Mechano-, Thermo- und v. a. Chemorezeptoren und Nozizeptoren finden.

Material

In Kürze
Zusammenfassung des Kapitels
Glossar
Die wichtigsten Fachbegriffe schlüssig erklärt
Memocards
Lernen Sie mit unseren Memocards die wichtigsten Begriffe der Biologische Psychologie
MC-Quiz (1/1)
Lesen, lernen und jetzt in unseren Multiple-Choice-Quiz das Kreuzchen an der richtigen Stelle machen.
Links
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