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2. Zellen und Zellverbände, besonders des Nervensystems
In Kürze
ZelleHauptbestandteile jeder menschlichen Zelle sind:
- Zellmembran (Plasmamembran)
- Zellflüssigkeit (Zytoplasma)
- Zellkern (Nukleus)
Protoplasma
Das Protoplasma (Zellinhalt = Zytoplasma + Nukleus) enthält im Wesentlichen Wasser, in dem zahlreiche Salze gelöst sind. Ferner 4 Substanzklassen kleiner organischer Moleküle, nämlich
- Zucker (dienen als Energielieferant und -speicher)
- Fettsäuren (bilden Körperfett und Phospholipide)
- Aminosäuren (sind die Bausteine der Eiweiße)
- Nukleotide (übermitteln Erbinformation und dienen als Energielieferanten)
Plasmamembran und innere Zellmembranen
Die Plasmamembran und die inneren Zellmembranen der Organellen bestehen aus Phopholipiddoppelschichten, in die große Eiweißmoleküle eingelagert sind.
- Diese bilden Poren (Kanäle) zum Durchtritt von Wasser und Salzen, meist in Ionenform. Dieser Stofftransport erfolgt passiv, d. h. entlang von Konzentrationsgradienten (Diffusion, Osmose).
- Außerdem befördern diese Eiweißmoleküle als Träger- und Transportmoleküle andere Moleküle durch die Membran. Dies geschieht unter Energieaufwand, wie z. B. durch die Na+-K+-Pumpe oder durch Symporte und Antiporte.
- Als intrazelluläre Signalketten dienen sekundäre Botenstoffe, von denen die wichtigsten Ca++-Ionen und cAMP sind.
Neurone
Die Neurone (Nervenzellen) unterscheiden sich von den übrigen Zellen des menschlichen Körpers v. a. durch ihre Aussprossungen aus dem Soma, die je nach ihrer Funktion als
- Axon (mit Kollateralen) und als
- Dendriten bezeichnet werden;
- Synapsen sind die Verbindungsstellen von Axonen mit Nerven-, Muskel- oder Drüsenzellen.
Gliazellen
Die Gliazellen bilden das Stütz- und Ernährungsgewebe des Nervensystems. Insbesondere
- bilden die Oligodendryzyten die Markscheiden der zentralen und in Form der Schwann-Zellen der peripheren Nervenfasern,
- bilden die Astrozyten die Blut-Hirn-Schranke und dienen als Reservoir für neuronal freigesetzte Kaliumionen,
- bilden die Gliazellen bei Hirnverletzungen Narbengewebe und
- beteiligen sich die Gliazellen auch an der Informationsverarbeitung im Gehirn.
Nervenfasern
- werden marklos (unmyelinisiert) genannt, wenn ihr Axon lediglich von einer Schwann-Zelle umhüllt ist,
- werden markhaltig (myelinisiert) genannt, wenn ihre Schwann-Zelle eine Myelinscheide ausbildet,
- gelten als afferent, wenn sie Signale in das Zentralnervensystem übermitteln,
- gelten als efferent, wenn sie Signale aus dem ZNS in die Peripherie übermitteln, und
- besitzen einen anterograden und retrograden axonalen Transport zur schnellen Beförderung von Nähr-, Bau- und Abfallstoffen.
Nerven
Nerven sind Bündel von afferenten und efferenten Nervenfasern, die je nach Ursprung und Zielort
- als somatische Nerven der Innervation von Haut, Muskeln und Gelenken dienen sowie
- als vegetative Nerven der Innervation der Eingeweide dienen.
- 12 paarige Hirnnerven besorgen die Kopfinnervation und nehmen an der Innervation von Brust- und Bauchraum teil.