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Literatur- und Informationsquellen
Wer sich weitergehend über Forschungsmethoden und Evaluation informieren sowie für eigene Forschungsvorhaben recherchieren möchte, kann eine Reihe von Literatur- und Informationsquellen nutzen. Zudem stehen Hilfsmittel für das individuelle Informationsmanagement zur Verfügung. Die im Folgenden aufgeführten Links bieten Ihnen Einstiegshilfen und Anregungen für eigene Recherchen.
- 1. Bibliotheken
- Eine erste Anlaufstelle ist die hochschuleigene Bibliothek und deren Homepage. Bibliotheken stellen neben der Literatur zahlreiche Recherchehilfsmittel bereit wie Kataloge, Datenbanken usw. In wachsendem Maße werden die Bibliotheksdienste auch online bereitgestellt (z. B. Vormerken von Büchern im Onlinekatalog). Über die Bibliothekshomepage der eigenen Universität sind oftmals auch lokale Dokumentenserver zugänglich, auf denen z.B. Publikationen der Hochschulmitglieder oder auch Qualifikationsarbeiten digital abgelegt sind. Bibliotheken sind in Verbünden vernetzt, die gemeinsame Kataloge verwalten und Rechercheschnittstellen im Internet anbieten.
- 2. Buchhandel und Verlage
- Für wissenschaftliche Recherchen ist der Buchhandel vor allem dann wichtig, wenn es um Neuerscheinungen geht. Der Onlinebuchhandel bietet neben der Möglichkeit zur Onlinekatalogrecherche oft auch Leserrezensionen oder sogar Einblicke in die Originaltexte (Volltextsuche). Aus Gründen des Urheberrechts können die Volltexte nicht vollständig eingesehen werden, stattdessen werden nur ein oder zwei Sätze zur direkten Fundstelle eines Suchbegriffs ausgegeben. Die Möglichkeiten, im Internet in Onlinebookshops oder auf Auktionsplattformen gebrauchte Bücher zu kaufen und zu verkaufen, erweitern den Zugriff auf Bücher auch bei begrenztem persönlichem Budget.
- 3. Fachzeitschriften
- Zu den meisten Fachzeitschriften gibt es heute Informationsseiten im Internet, denen z. B. Inhaltsverzeichnisse und Abstracts zu entnehmen sind. Sogenannte »Elektronische Fachzeitschriften« (E-Journals) bieten zudem die Volltexte digital an, teils kostenpflichtig für Abonnenten, in Einzelfällen aber auch kostenfrei für die Öffentlichkeit (»open access journals«). Der Onlinekauf einzelner digitaler Zeitschriftenartikel über die Verlagshomepages ist in der Regel sehr viel teurer als die Nutzung eines Dokumentlieferdienstes.
- 4. E-Books
- E-Books sind Bücher, die vollständig digital vorliegen und dementsprechend am PC, aber auch auf dem Laptop oder Handheld gelesen werden können. Zudem bieten manche E-Books die Möglichkeit, den Text um Anmerkungen oder Lesezeichen zu ergänzen. Heutige Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt sind teilweise sowohl als gedrucktes als auch als elektronisches Buch zu kaufen. Neben den kommerziellen E-Books, die nicht selten zu ähnlichen Preisen wie die Printexemplare vermarktet werden, gibt es mittlerweile Zehntausende von kostenfreien E-Books. Insbesondere historisch ältere Texte sind aus urheberrechtlicher Sicht Allgemeingut und dürfen im Internet frei verbreitet werden. Einschlägige und aktuelle Fachliteratur findet man selten als kostenlose E-Books, aber belletristische Texte können beispielsweise zum Gegenstand sprach- oder kommunikationswissenschaftlicher Studien werden, und auch Sach- und Fachbücher zu Computer-, Medizin- oder Politikthemen lassen sich teilweise im Rahmen wissenschaftlicher Recherchen nutzen.
- 5. Wissenschaftliche Suchdienste im Internet
- Wissenschaftliche Suchdienste im Internet sind darauf spezialisiert, aus der Fülle der Onlinequellen dezidiert akademische Dokumente herauszufiltern. Anstelle allgemeiner Suchmaschinen sollten für wissenschaftliche Recherchen demnach bevorzugt solche wissenschaftlichen Suchdienste genutzt werden. Eine wissenschaftliche Onlinerecherche hat den Vorteil, dass immense Informationsmengen unmittelbar zugänglich werden. Um bei Onlinerecherchen zu guten Ergebnissen zu kommen, ist es besonders wichtig, die Herkunft und Qualität der digitalen Dokumente kritisch zu prüfen. Da Onlinequellen von ihren Autorinnen und Autoren jederzeit verändert, verschoben oder gelöscht werden können, sollten bevorzugt nachhaltige Onlinetexte verwendet (z. B. digitale Zeitschriftenartikel) und die Dokumente im Zweifelsfall auch lokal archiviert werden. Der bequeme Zugriff auf Onlinequellen sollte nicht dazu verführen, sich ausschließlich auf das Internet als Rechercheraum zu beschränken, da sonst einschlägige Quellen übersehen werden. Zudem ist bei der Arbeit mit digitalen Quellen die Gefahr des versehentlichen oder absichtlichen Plagiatismus deutlich erhöht, weil Textpassagen einfach kopiert werden können. Umgekehrt können mittels gezielter Onlinerecherchen Plagiate aber auch einfacher aufgedeckt werden.
- 6. Fachinformationsportale
- Fachinformationsportale stellen fachbezogene Onlinequellen gebündelt zusammen. Entscheidend für die Qualität eines Fachinformationsportals ist die redaktionelle Betreuung.
- 7. Fachgesellschaften
- Eine gute Anlaufstelle für fachbezogene Recherchen sind die Internetpräsenzen der einzhelnen wissenschaftlichen Fachgesellschaften. So sind die deutschen und internationalen Fachgesellschaften für Psychologie, Soziologie, Erziehungswissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Medizin usw. online präsent und bieten neben eigenem Content oftmals auch Links auf einschlägige Onlineinhalte an (z. B. Verweise auf wissenschaftliche Tagungen und Konferenzen).
- 8. Dokumentlieferdienste
- Dokumentlieferdienste erstellen elektronische Kopien (Scans) von einzelnen Aufsätzen oder Buchkapiteln und senden diese binnen weniger Stunden oder Tage per E-Mail an die Kunden (typischerweise im PDF-Format). Während eine Fernleihe mehrere Wochen dauern kann, bieten Dokumentlieferdienste sehr schnellen Zugriff auf die gesuchten Quellen. Die elektronischen Dokumente lassen sich komfortabel digital archivieren. Dokumentlieferdienste arbeiten kostenpflichtig.
- 9. Literaturverwaltungsprogramme
- Nichts ist bedauerlicher, als wenn sich die einmal recherchierten und beschafften Informationen später nicht mehr wieder finden lassen. Es ist deswegen günstig, Kerninformationen zu allen rezipierten und relevanten wissenschaftlichen Texten in einer eigenen Datenbank zu archivieren (bibliographische Angaben, Zusammenfassung, Zitate mit Seitenangabe, Stichworte etc.). Dafür stehen spezielle Literaturverwaltungsprogramme zur Verfügung. Diese sind auch in der Lage, für einen selbstverfassten Text auf der Basis der Datenbank automatisch ein formatiertes Literaturverzeichnis zusammenzustellen.
- 10. Szientometrische Informationen
- Die Szientometrie erfasst Merkmale der wissenschaftlichen Forschung auf der Basis quantitativer Analysen von Publikationen (für traditionelle Printpublikationen, insbesondere Peer-reviewed Journals: Bibliometrie; für Onlinepublikationen: Webometrie). Szientometrische Informationen können beispielsweise genutzt werden, um Forschungseinrichtungen und einzelne Wissenschaftler oder auch Publikationsorgane zu bewerten. Sie gewinnen im Rahmen der Wissenschaftsevaluation stark an Bedeutung. Da in die szientometrischen Analysen in der Regel vor allem internationale (englischsprachige) Fachzeitschriften einbezogen werden, wird über diese Analysen nur ein Ausschnitt der gesamten Forschungs- und Publikationstätigkeit erfasst.