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11. Verhaltensmedizinische Grundlagen
U. Ehlert
In Kürze
Verhaltensmedizin - was ist das eigentlich? Verhaltensmedizin ist das interdisziplinäre Arbeitsfeld, in dem Gesundheits- und Krankheitsmechanismen unter Berücksichtigung psychosozialer, verhaltensbezogener und biomedizinischer Wissenschaften erforscht werden. Die empirisch geprüften Erkenntnisse und Methoden werden in der Prävention, Diagnostik, Behandlung und Rehabilitation eingesetzt. Eine Grundannahme der Verhaltensmedizin ist, dass psychische Prozesse einen wichtigen Einfluss auf die Entstehung und/oder Aufrechterhaltung von Störungen und Krankheiten nehmen können und dies nicht nur für psychische Störungen im engen Sinn gilt, sondern auch für körperliche Krankheiten, die üblicherweise in den verschiedenen medizinischen Fächern behandelt werden.
Ein Beispiel: Es scheint einen Zusammenhang zwischen psychischen Belastungen und dem Auftreten des schweren Schwangerschaftserlebens zu geben - aus Sicht der Verhaltensmedizin ist es daher notwendig, die Hyperemesis nicht nur als akut medizinisch zu versorgenden Zustand anzusehen, sondern darüber hinaus, die psychosoziale Situation der Patientin zu explorieren, möglicherweise vorliegende psychische Störungen zu diagnostizieren und ggfs. eine psychotherapeutische Intervention einzuleiten.
Aus diesem Grund ist es wichtig, dass in einem Lehrbuch der Klinischen Psychologie und Psychotherapie auch dieser Forschungsbereich aufgeführt wird. Ein erster Einstieg in das spannende interdisziplinäre Gebiet gelingt Ihnen mit diesem Kapitel.
- 11.1 Warum »Verhaltensmedizin«?
- 11.1.1 Definition der Verhaltensmedizin
- 11.1.2 Etablierung der Verhaltensmedizin
- 11.1.3 Verhaltensmedizin und ihre Nachbardisziplinen
- 11.2 Zentrale theoretische Konzepte der Verhaltensmedizin
- 11.2.1 Stress und Coping
- 11.2.2 Risiko- und Schutzfaktoren
- 11.2.3 Konditionierung physiologischer Prozesse
- 11.3 Anwendung der Verhaltensmedizin
- 11.3.1 Verhaltensmedizin in unterschiedlichen Settings
- 11.3.2 Verhaltensmedizin in der Prävention, Intervention und Rehabilitation