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18. Beratung
In Kürze
Autoren: Birgit Pikowsky, Elke Wild
Inhalt
- 18.1 Was ist pädagogisch-psychologische Beratung?
- 18.2 Anlässe pädagogisch-psychologischer Beratung
- 18.3 Pädagogisch-psychologische Beratung als Unterstützungsangebot für Personen(-gruppen) und Organisationen
- 18.4 Qualifikation, Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung
Worum geht's?
Die Pädagogische Psychologie versteht sich als eine angewandte Wissenschaft, die die „psychische Seite von Erziehung" analysiert und Wissen bereitstellt, das in verschiedenen Anwendungsfeldern genutzt werden kann. In diesem Kapitel geht es um Beratung als einem prototypischen Handlungsfeld, in dem pädagogisch-psychologische Expertise eingebracht werden kann und sollte.
Das Kapitel ist in vier Abschnitte gegliedert. Aufbauend auf einer Definition von pädagogisch-psychologischer Beratung (→ Abschn. 18.1) wird zunächst der Frage nachgegangen, welche inhaltlichen Fragen im Rahmen pädagogisch-psychologischer Beratung virulent werden können und warum diese in den letzten Jahren immer stärker nachgefragt wird (→ Abschn. 18.2). Anschließend soll dem Leser aufgezeigt werden, welche allgemeinen Prinzipien das Beratungshandeln kennzeichnen und wie Beratung von Individuen, Gruppen und Organisationen idealtypisch abläuft (→ Abschn. 18.3). Wie es um die Wirksamkeit von pädagogisch-psychologischer Beratung bestellt ist und wie diese sichergestellt bzw. gesteigert werden kann, steht im Zentrum von → Abschn. 18.4.
Vorab sei mit Blick auf die Einordnung des Kapitels in den Gesamtzusammenhang des Lehrbuchs darauf hingewiesen, dass weder klar umrissene „Beratungstheorien" noch gesicherte Erkenntnisse zu den Merkmalen „professionellen Beratungshandelns" existieren. Dem Leser kann daher nicht - wie in der Mehrzahl der übrigen Beiträge dieses Bandes - ein thematisch mehr oder weniger eng umgrenztes Forschungsgebiet vorgestellt werden. Auch enthält das Kapitel keine konkrete Beschreibung der „gängigen Beratungspraxis", da Pädagogische Psychologen in unterschiedlichsten Institutionen anzutreffen sind und umgekehrt in Einrichtungen, in denen beraten wird, neben Psychologen oft auch andere Fachkräfte (z. B. Pädagogen oder Sozialarbeiter) tätig sind, die keine psychologische Ausbildung mitbringen. So zielen die folgenden Ausführungen letztlich auf eine vom Beratungsalltag abstrahierende Kennzeichnung professioneller pädagogisch-psychologischer Beratung. Gleichwohl werden praktische Bezüge aufgezeigt, indem Beratungsanlässe aus dem Bereich der Schulpsychologie und der Erziehungsberatung an den Ausgangspunkt der Erläuterungen gestellt werden.
Gerade weil sich eine professionelle Beratungsarbeit dadurch auszeichnet, dass pädagogisch-psychologisches Wissen zur Anwendung gebracht wird, ergeben sich zwangsläufig inhaltliche Überschneidungen mit anderen Beiträgen in diesem Band. Um Redundanzen dennoch möglichst gering zu halten, wird nur am Rande auf Verfahren zur pädagogisch-psychologischen Diagnostik und Evaluation eingegangen (ausführlicher dazu → Kap. 13 und 14), obwohl diese ein wichtiges Handwerkszeug in der pädagogisch-psychologischen Beratung und ein zentrales Steuerungsinstrument zur Qualitätssicherung und -steigerung im Bildungswesen und in der beraterischen Praxis darstellen. Nicht näher behandelt werden auch umschriebene Trainings (→ Kap. 17) und Interventionen im Bereich der (Früh-)Förderung (→ Kap. 16), die im Rahmen pädagogisch-psychologischer Beratung zum Einsatz kommen können. Auf darüber hinaus gehende inhaltliche Querbezüge etwa zur beruflichen Aus- und Fortbildung von Lehrern (→ Kap. 11) oder zu familien- und erziehungspsychologischen Themen (→ Kap. 10) wird im Text jeweils hingewiesen.
Zusammenfassung
Der steigende Beratungsbedarf in den letzten Jahrzehnten führte zu einer zunehmenden Verlagerung von der Individualberatung zur Beratung von Gruppen und Institutionen. Pädagogisch-psychologisches Wissen wird zunehmend bei der Qualifizierung und Begleitung von Multiplikatoren und Moderatoren eingebracht. Parallel dazu entstehen in den letzten Jahren theoriegeleitet konzipierte und evaluierte Materialien und Interventionen, die auf breiter Basis implementiert werden können.
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass eine gezielte Praxisforschung sowie eine Intensivierung der Kooperation zwischen Wissenschaftlern und Praktikern wünschenswert wäre, durch die die pädagogisch-psychologische Beratung weiter an Profil gewinnen könnte. Ebenso wird die Aus- und Weiterbildung der Berater ebenso wie die Evaluation der Beratertätigkeit weiter intensiviert werden müssen.