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13. Pädagogisch-psychologische Diagnostik
In Kürze
Autoren: Oliver Wilhelm, Olga Kunina
Inhalt
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13.1 Definition und Zielstellungen von Diagnostik
- 13.2 Beurteilung psychologischer Messverfahren
- 13.3 Diagnostische Verfahren und diagnostische Daten
- 13.4 Abschließende Kommentare
Worum geht's?
Im Alltag schreiben wir Personen, die uns umgeben, mit einer in Umfang und Qualität erheblich variierenden Datengrundlage und häufig mit großer Selbstverständlichkeit bestimmte Ausprägungen von Eigenschaften zu. Die Datengrundlage und unsere Fähigkeit, zu zutreffenden Urteilen zu kommen, ist oft unzureichend. Informelle Daten und unsere Urteilsfähigkeit ermöglichen kaum zuverlässige und zutreffende Aussagen über nicht direkt beobachtbare psychische Eigenschaften wie „Intelligenz" oder „mathematische Begabung".
In diesem Kapitel gehen wir darauf ein, wie wir in der pädagogisch-psychologischen Diagnostik zu geeigneten Beobachtungen gelangen und darauf aufbauend fundierte diagnostische Beurteilungen abgeben können. Hierzu werden zunächst Definitionen, Strategien und Anwendungsgebiete der pädagogisch-psychologischen Diagnostik erörtert. In einem zweiten Abschnitt werden methodische Grundlagen der Beurteilung diagnostischer Instrumente besprochen. Im dritten Abschnitt gilt die Aufmerksamkeit der Beurteilung und exemplarischen Darstellung verschiedener Informationsquellen und -arten.
Zusammenfassung
Nach langen Jahren, in denen die psychologische Diagnostik aufgrund einer äußerst testkritischen Haltung inner- und außerhalb der Disziplin sehr gelitten hat, ist seit einigen Jahren ein Umschwung feststellbar. Am ehesten sichtbar wird dieser Wandel an den „Large-Scale"-Studien wie PISA, TIMSS, IGLU, DESI, und VERA, aber auch der Einführung von Bildungsstandards und deren empirischer Begleitung sowie der öffentlichen Diskussion dieser erfahrungswissenschaftlichen Anstrengungen. Fachpolitisch sind diese Umwälzungen überaus begrüßenswert. Die politischen Wendungen der vergangenen Jahre sind der pädagogisch-psychologische Diagnostik sehr zugute gekommen. Nun sollte der gewonnene Kredit durch gute Arbeit verdient werden. Die spezielle und im pädagogischen Kontext unverzichtbare Expertise der pädagogisch-psychologische Diagnostik ist die Professionalität im Gewinnen von und im Umgang mit pädagogisch relevanter Evidenz.