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3. Methodologie und Methodik
In Kürze
- 3.1 Methodologie (Universelle, spezielle und differentielle Fragestellungen; Persönlichkeitspsychologie und differentielle Psychologie; Idiographischer und nomothetischer Ansatz)
- 3.2 Methodik (Reliabilität, Aggregationsprinzip, Validität, Eigenschaftsbeurteilung, Verhaltenserfassung, Feld und Labor)
Vier Paradigmen dominieren die heutige Persönlichkeitspsychologie: 1. Eigenschafts-, 2. Informationsverarbeitungs-, 3. neurowissenschaftliches und 4. dynamisch-interaktionistisches Paradigma. Diese Paradigmen sind keine Gegensätze, sondern miteinander vereinbar. Zusammengenommen bilden sie ein übergreifendes Paradigma, dem derzeit fast die gesamte empirische Persönlichkeitsforschung folgt. In Kapitel 3 werden zunächst die methodologischen Grundzüge dieses übergreifenden Paradigmas skizziert. Dann folgt eine vertiefende Diskussion einiger methodischer Fragen, die schon bei der Diskussion der einzelnen Paradigmen angeschnitten wurden. Diese Vertiefung ist sinnvoll, um die methodologisch-methodische Fundierung der empirischen Persönlichkeitsforschung genauer nachvollziehen zu können.
Das Kapitel gliedert sich in zwei Teile: einen methodologischen und einen methodischen. Unter der Methodologie eines Wissenschaftsparadigmas versteht man die Beschäftigung mit den grundlegenden Herangehensweisen an seinen Gegenstandsbereich Unter der Methodologie eines Wissenschaftsparadigmas versteht man die Beschäftigung mit den grundlegenden Herangehensweisen an seinen Gegenstandsbereich: Welche Arten von Fragen werden gestellt und welche Forschungsstrategien werden verwendet, um diese Fragen zu bearbeiten. Methodologie beschäftigt sich also mit den Voraussetzungen der wissenschaftlichen Arbeit in einem Paradigma. Die Methodik eines Wissenschaftsparadigmas ist dagegen vergleichsweise handfester. Sie ist die Gesamtheit der einzelnen Methoden, die innerhalb des Paradigmas Verwendung finden.
Methodologisch wird die Persönlichkeitspsychologie von anderen Teildisziplinen der Psychologie abgegrenzt und ihre Beziehung zur Differentiellen Psychologie und zu Analysen einzelner Personen (z.B. Biografieforschung) diskutiert. Methodisch werden verschiedene Gütekriterien persönlichkeitspsychologischer Messungen (Reliabilität und Validität) behandelt, insbesondere das grundlegende Prinzip der Reliabilitätserhöhung durch Mittelung (Aggregation) mehrerer Messungen. Anschließend werden Möglichkeiten und Probleme der Persönlichkeitserfassung durch Fragebögen und Verhaltensbeobachtung skizziert und Laborstudien mit Feldstudien kontrastiert.