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8. Persönlichkeit im Kulturvergleich
In Kürze
- 8.1 Persönlichkeitsunterschiede und Populationsunterschiede
- 8.2 Ökologie, Genpool, Kultur und Persönlichkeit
- 8.3 Ökologische Einflüsse
- 8.4 Genetische Einflüsse
- 8.5 Kulturelle Einflüsse
- 8.6 Exemplarische Anwendung: Interkulturelles Training
Verhältnis Kultur - Persönlichkeit
Schon im Kapitel "Geschlechtsunterschiede" wurde die interkulturelle Perspektive mit einbezogen: Wie stark variieren psychologische Geschlechtsunterschiede zwischen unterschiedlichen Kulturen? In diesem letzten Kapitel wird das Verhältnis von Kultur und Persönlichkeit systematischer behandelt: Wie stark variieren Persönlichkeitsunterschiede und ihre Bedingungen und Konsequenzen zwischen unterschiedlichen Kulturen und warum?
Zunächst wird anhand von Intelligenzunterschieden deutlich gemacht, dass Intelligenzunterschiede im mittleren Niveau von Populationen anderen Einflüssen unterliegen können als Intelligenzunterschiede innerhalb von Kulturen; so kann z.B. aus der Tatsache eines deutlichen genetischen Einflusses auf Intelligenzunterschiede innerhalb von Kulturen nicht darauf geschlossen werden, dass Intelligenzunterschiede zwischen (Sub)Kulturen in ähnlicher Stärke genetisch mitbestimmt sind.
Eine Diskussion der Ökologie, des Genpools und der Kultur einer Population macht deutlich, dass im Verlauf der Kulturentwicklung alle drei Faktoren in Wechselwirkung stehen und gemeinsam Persönlichkeitsunterschiede zwischen Kulturen beeinflussen können. Anschließend werden diese drei Einflussarten exemplarisch veranschaulicht, wobei im Falle der genetischen Einflüsse der Begriff der Rasse kritisch beleuchtet wird. Bei den kulturellen Einflüssen werden insbesondere kulturelle Unterschiede in Individualismus und Kollektivismus auf Persönlichkeitsunterschiede bezogen.
Abschließend wird am Beispiel des Beispiel: Interkulturelles Training interkulturellen Trainings gezeigt, dass in den Zeiten der Globalisierung von Wirtschaft und Politik ein besseres Verständnis anderer Kulturen eine wachsende Bedeutung hat und dies neue Arbeitsfelder für Psychologen mit interkultureller Erfahrung entstehen lässt.
Das Lehrbuch endet mit einer koevolutionären Perspektive auf Persönlichkeitsunterschiede, die die hohe genetische und kulturelle Variabilität zwischen Menschen als Sicherheitsreservoir für das Überleben unter variierenden Umweltbedingungen ansieht, damit einseitige Persönlichkeitsideale kritisch hinterfragt und in der Forderung mündet, dass es gilt, nicht nur die biologische Artenvielfalt zu bewahren, sondern auch die große Persönlichkeitsvielfalt innerhalb jeder menschlichen Kultur.