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2. Forschungsmethoden in der Sozialpsychologie

Forschungsstrategien - Das Experiment in der Sozialpsychologie - Datenerhebungstechniken

In Kürze

  • 2.1 Einleitung
  • 2.2 Forschungsstrategien
  • 2.3 Näheres zum Experiment in der Sozialpsychologie
  • 2.4 Techniken der Datenerhebung

Forschungsstrategien

  • „Forschungsmethoden" sind die Verfahren, mit denen Forscher Informationen sammeln. „Methodologie" dagegen ist ein Begriff, der sich auf alle Aspekte der Anwendung dieser Methoden bezieht.
  • Die Informationen, die mithilfe von Forschungsmethoden gesammelt werden, werden dazu genutzt, die theoretischen Vorhersagen des Forschers zu überprüfen. Diese Vorhersagen werden aus einer Theorie abgeleitet. Die Theorie entsteht oft durch die Beobachtung von Ereignissen in der realen Welt oder durch den Versuch, die widersprüchlichen Befunde vorangegangener Studien zu einem sinnvollen Bild zusammenzufügen.
  • Man unterscheidet zwischen Forschungsstrategien und Datenerhebungstechniken. Dabei werden im Lehrbuch drei Forschungsstrategien beschrieben - die Umfrageforschung, das Quasiexperiment und das echte Experiment mit Zufallszuweisung. Die zwei Hauptunterschiede zwischen diesen Strategien sind 1. das Ausmaß, in dem man in der Lage ist, die Ergebnisse auf eine Population zu übertragen, und 2. der Grad, in dem man kausale Schlussfolgerungen ziehen kann.
  • Im Lehrhbuch werden qualitative Forschungsmethoden kurz behandelt. Diese werden oft von Forschern eingesetzt, die der Auffassung sind, dass quantitative Methoden nicht angemessen für die Untersuchung des Phänomens sind, mit dem sie sich beschäftigen. Die Diskursanalyse ist ein beliebter qualitativer Ansatz. Vertreter der Diskursanalyse betonen, dass soziale Phänomene auf dem Weg des Diskurses konstruiert werden.
  • Die experimentelle Forschung wird detaillierter behandelt, da sie in den letzten sechs Jahrzehnten die vorherrschende Forschungsstrategie der Sozialpsychologie war. Als Hauptmerkmale experimenteller Forschung werden beschrieben: das experimentelle Szenario, die unabhängige Variable, die abhängige Variable, die Manipulationsüberprüfung und die postexperimentelle Aufklärung.

Das Experiment

  • Ein echtes experimentelles Design erlaubt es dem Forscher, den Schluss zu ziehen, dass Veränderungen der unabhängigen Variable Veränderungen der abhängigen Variable bewirken. Ein solches Design muss daher aus mehr als einer Bedingung bestehen, damit der Forscher Beobachtungen, die unter verschiedenen Bedingungen gemacht werden, miteinander vergleichen kann.
  • Das minimale Design eines echten Experiments ist das Nur-Nachtest-Kontrollgruppen-Design, bei dem die Versuchsteilnehmer zufällig einer von zwei Bedingungen zugewiesen werden, von denen nur eine der experimentellen Manipulation unterliegt. Unter den verschiedenen komplexeren Designs, die zur Verfügung stehen, wird insbesondere das faktorielle Design häufig verwendet, da es gestattet, Vorhersagen über Interaktionseffekte zu überprüfen.
  • Will man aus der sozialpsychologischen Forschung eindeutige Schlussfolgerungen ziehen, erfordert dies drei Arten der Validität: interne, externe und Konstruktvalidität. Konfundierung wurde als Gefahr für die interne Validität erörtert, Effekte sozialer Erwünschtheit, Hinweise aus der experimentellen Situation sowie Versuchsleitereffekte wurden als Gefahr für die Konstruktvalidität diskutiert. Unterschiede in Bezug auf Freiwilligkeit und Nichtfreiwilligkeit wurden als Gefahr für die externe Validität angesehen.
  • Das Internet stellt Sozialpsychologen (und Vertreter anderer psychologischer Disziplinen) ein neues Instrument zur Verfügung, mit dem sie Experimente durchführen können und das sie in die Lage versetzt, an größere und unterschiedlichere Gruppen von Versuchsteilnehmern zu gelangen. Die bisherigen Befunde deuten darauf hin, dass diese Ergebnisse trotz möglicher Probleme netzbasierter Experimente von der Tendenz her mit jenen herkömmlicher Methoden übereinstimmen.
  • Einige Sozialpsychologen stellen den Nutzen von Experimenten infrage. Die kulturelle Einbettung sozialen Verhaltens, die Tatsache, dass soziales Verhalten durch vielerlei Faktoren determiniert wird, und die menschliche Fähigkeit, das eigene Verhalten angesichts sozialpsychologischer Theorien abzuändern, wurden als Gründe für die Berechtigung von Zweifeln an der Annahme anerkannt, experimentelle Forschung trage etwas zum Erkenntniszuwachs in Form von Gesetzen sozialen Verhaltens bei.

Datenerhebung

  • Es werden drei grundlegende Methoden der Datenerhebung in der Sozialpsychologie unterschieden: Beobachtungsmaße, Selbstbeurteilungsmaße und implizite Maße. Beobachtungsmaße und implizite Maße haben den Vorteil, weniger anfällig für Effekte sozialer Erwünschtheit zu sein; sie können darüber hinaus völlig nichtreaktiv erhoben werden. Beobachtungsmaße sind jedoch offensichtlich auf Phänomene beschränkt, die beobachtet werden können, und sie eignen sich nicht zur Erfassung verborgener kognitiver Phänomene wie etwa Einstellungen, Kausalattributionen und Stereotype.
  • Um diese verborgeneren Phänomene zu untersuchen, haben sich Forscher herkömmlicherweise auf Selbstbeurteilungsmaße verlassen, obwohl es eine zunehmende Tendenz gibt, implizite Maße einzusetzen, deren Ziel es ist, Phänomene zum Vorschein zu bringen, die entweder außerhalb des individuellen Bewusstseins liegen oder bei herkömmlichen Selbstbeurteilungsmaßen gern falsch angegeben werden; dies hängt mit Problemen sozialer Erwünschtheit zusammen.

Material

In Kürze
Zusammenfassung des Kapitels
Glossar
Die wichtigsten Fachbegriffe schlüssig erklärt
Memocards
Lernen Sie mit unseren Memocards die wichtigsten Begriffe der Sozialpsychologie
Memocards Deutsch/Englisch
Man spricht Englisch - zumindest in der Wissenschaft: Hier können Sie die Übersetzungen der wichtigsten Fachbegriffe lernen.
Verständnisfragen
Haben Sie den Stoff schon drauf? Hier können Sie Ihr Wissen überprüfen.
MC-Quiz (1/1)
Lesen, lernen und jetzt in unseren Multiple-Choice-Quiz das Kreuzchen an der richtigen Stelle machen.
Links
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