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9. Prosoziales Verhalten
Hilfreiches Verhalten, prosoziales Verhalten und Altruismus - Warum helfen Menschen nicht? - Warum helfen Menschen einander? - Konsequenzen der Tatsache, dass jemandem geholfen wird
In Kürze
- 9.1 Einleitung
- 9.2 Hilfreiches Verhalten, prosoziales Verhalten und Altruismus
- 9.3 Warum helfen Menschen nicht?
- 9.4 Warum helfen Menschen einander?
- 9.5 Konsequenzen der Tatsache, dass jemandem geholfen wird
Helfen, Altruimus, Mitleid
- »Hilfeverhalten« (wozu auch ein Verhalten gehört, das aufgrund beruflicher Verpflichtungen ausgeführt wird) lässt sich vom spezifischeren prosozialen Verhalten und vom Altruismus unterscheiden, der durch Mitleid motiviert ist.
- Prosoziales Verhalten hat seine Kosten, aber auch seinen Nutzen; es wird manchmal nicht geholfen, auch wenn die Hilfe dringend benötigt wird. Prosoziales Verhalten tritt weniger wahrscheinlich auf, wenn andere Leute anwesend sind, weil sich die Verantwortung über die Zuschauer hinweg verteilt, die sich das passive Verhalten des jeweils anderen als Rollenmodell nehmen. Die Anwesenheit anderer reduziert auch deswegen hilfreiches Verhalten, weil es hier leicht zu einer peinlichen Situation kommen kann. Menschen können auch Hilfe unterlassen, weil ihnen die Kompetenz fehlt oder sie unter Zeitdruck stehen.
- Die Theorien, die zur Erklärung prosozialen Verhaltens entwickelt wurden, ergänzen sich gegenseitig und können gleichzeitig herangezogen werden, um vollständig zu verstehen, welche Einflüsse bei einer bestimmten Episode von Hilfe oder Passivität wirksam sind. Der evolutionäre Ansatz trägt dazu bei zu erklären, warum Menschen wahrscheinlich eher denjenigen helfen werden, die ihnen selbst genetisch näher sind, aber auch Freunden, mit denen sie nicht genetisch verwandt sind.
- Der psychologische Ansatz zeigt, dass Menschen eher zum Helfen bereit sind, wenn sie sich in positiver Stimmung befinden, aber auch, wenn sie sich schuldig fühlen und wenn sie Eigenschaften der prosozialen Persönlichkeit haben (wie z.B. ein Gefühl für soziale Verantwortung, Empathie und eine internale Kontrollüberzeugung).
- Langfristig hilfreiches Verhalten (z.B. in Freiwilligenorganisationen) hängt sowohl von egoistischen als auch von altruistischen Motivationen ab.
- Die Empathie-Altruismus-Hypothese wird in Fällen bestätigt, in denen prosoziales Verhalten ausgeführt wird, auch wenn der Helfende dies leicht hätte vermeiden können. In diesem Fall handelt es sich bei der zugrunde liegenden Motivation wahrscheinlich um wahren Altruismus.
- Die Menschen helfen auch eher in sozial motivierten Beziehungen als in Austauschbeziehungen sowie dann, wenn sie glauben, sie förderten damit ihr eigenes Interesse, und wenn sie sich von Normen sozialer Verantwortung und Fairness leiten lassen.
- Hilfe zu bekommen ist nicht immer eindeutig positiv. Es kann implizieren, dass der Hilfeempfänger schwach und bedürftig ist. Deshalb ist es wichtig, dass die Geber von Hilfe die Perspektive des Hilfeempfängers einnehmen, dass sie sensibel sind und nur helfen, wenn Hilfe benötigt wird, sowie sorgfältig darauf achten, dass sie das Selbstwertgefühl des Hilfeempfängers nicht beeinträchtigen.